Mission Cassini - Huygens
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Das Hauptziel der Huygens-Mission besteht darin, die Zusammensetzung und Dynamik der Titan-Atmosphäre vor Ort zu untersuchen. Dafür verfügt Huygens über sechs wissenschaftliche Instrumente. Sie ermöglichen es, das physikalische und chemische Profil der Atmosphäre zu bestimmen, aufgefangene Aerosole zu analysieren, Fotos und Spektren der Wolken und der Oberfläche zu gewinnen, die zonalen Winde zu messen und die Bodenverhältnisse zu bestimmen. Cassini/Huygens ist ein europäisch-amerikanisches Gemeinschaftsunternehmen. Während der Saturnorbiter Cassini in den USA entstand, wurde die Tochtersonde Huygens für den Eintritt in die Titan-Atmosphäre im Auftrag der Weltraumorganisation ESA, Paris, von einem europäischen Firmen-Konsortium unter maßgeblicher Beteiligung der Dornier Satellitensysteme GmbH (DSS), ein Unternehmen im Daimler Benz Aerospace-Konzern (DASA,München), entwickelt und gebaut. Die DSS zeichnet sich dabei als Partner des französischen Raumfahrtunternehmens Aérospitale verantwortlich für Entwicklung, Bau und Test des Subsystems zur Thermalkontrolle aus. Die DSS integrierte und testete ferner in ihren Reinräumen in Ottobrunn bei München das Strukturmodell (STMP), das Elektronikmodell (EM) und die Flugeinheit (FM). |
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Huygens soll der "erste Europäer" sein, der auf einen anderen Himmelskörper gelangt. Im November 1997 wurden Cassini und Huygens gemeinsam auf der Spitze einer Titan/Centaur- Rakete von Cape Canaveral aus ins All gestartet. Im November 2004 wird das Gespann den Saturn erreichen. Zuvor wird es im April 1998 und Juni 1999 zweimal nahe an der Venus vorbeifliegen, um die Reisegeschwindigkeit für den langen Weg zum Riesenplaneten zu erhöhen. Diesem Ziel dient auch ein erneuter Abstecher zur Erde im August 1999 und zum Riesenplaneten Jupiter im Januar des Jahres 2001. Nach weiteren vier Jahren schwenkt das Raumsonden-Tandem eine Saturnumlaufbahn ein. Nochmals 150 Tage später soll sich die Huygens-Tochtersonde vom Cassini-Orbiter abtrennen, um im freien Fall in die Titan-Atmosphäre zu rasen. Während der siebenjährigen Flugzeit von der Erde zur fernen Saturnwelt ruhen die Instrumente auf Huygens - von gelegentlichen Zustandsprüfungen abgesehen. Erst eine Stunde vor Erreichen der oberen Atmosphärenschichten aktiviert ein interner Zeitgeber die Sonde, die eine Masse von rund 340 Kilogramm besitzt. Ein keramisches Hitzeschutzschild mit einem Durchmesser von 2,7 Meter wird die beim Eintritt in die dichteren Atmosphärenschichten auftretenden Temperaturen von bis zu 12.000 Grad Celsius von den Instrumenten fernhalten. In 170 Kilometern Höher über der Titan-Oberfläche wird das Hitzeschild abgesprengt. |
Der Abstieg der Raumsonde erfolgt an Fallschirmen und dauert voraussichtlich zweieinhalb Stunden. Spezielle Batterien garantieren in dieser Phase die Energieversorgung der Geräte mit einer Leistung von 750 Watt. Während dieser Phase werden sechs Instrumente die physikalisch-chemischen Verhältnisse in der Titan-Atmosphäre messen und das dynamische Verhalten der Wolken und Dunstschichten untersuchen. Hinzu werden rund tausend Bilder einer Multispektralkamera an Bord von Huygens kommen. Ein kleiner Bordsender überträgt die von den Experimenten gesammelten Informationen mit einer Datenrate von acht Kilobit pro Sekunde zum Cassini-Orbiter, der sie mit der Hauptantenne empfängt, an Bord speichert und später zur Erde sendet. |
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Zusätzlich wird das Experiment den Forschern Informationen über das dynamische Verhalten von Huygens (zum Beispiel Rotationsrate, Rotationslage) während des Abstiegs durch die dichte Stickstoffatmosphäre liefern. Dadurch wird auch die Interpretation der Daten anderer wissenschaftlicher Instrumente auf Huygens erleichtert. Sollte Huygens den Aufprall auf die Oberfläche überleben, wird es mit Hilfe des Doppler-Wind Experimentes möglich sein, den genauen Absturzort zu bestimmen. Insgesamt sechs Ultrastable Oscillators (USOs) wurden bei der DSS gebaut und umfangreien Struktur- Wärme- und pyrotechnischen Tests unterzogen. Eine besondere Herausforderung beim Bau der USOs ist der Eintritt der Sonde in die Titanatmosphäre. Dabei werden alle Instrumente an Bord kurzzeitig dem 16fachen der Erdbeschleunigung ausgesetzt sein. Das ist ein Mehrfaches dessen, was ein Mensch vertragen könnte. Es muß ausgeschlossen werden, daß die hohe mechanische Belastung zu einer Deformation der Schwingquarze führen kann. Auch Veränderungen durch die Zunahme des Atmosphärendrucks während der Landung dürfen den Rubidium-Oszillator nicht beeinflussen. Gegen die Strahlenbelastung beim Durchfliegen der Jupitermagnetosphäre wurden die auf Cassini und Huygens mit einer etwa ein Millimeter dicken Schicht des Metalls Tantalum ummantelt. Dieser Strahlungsschutz macht immerhin zehn Prozent der Gesamtmasse der USO´s aus. Noch lange nachdem Huygens verstummt sein wird, soll Cassini weiter Daten zur Erde senden. Geplant ist, daß der Orbiter noch bis zum Jahr 2008 seine Runden um den Ringplaneten zieht und dabei noch mehrmals Titan, die zahlreichen kleineren Eismonde und den ringgeschmückten Planeten selbst aus einigen tausend Kilometern Distanz sondiert. Dabei wird Cassini unter anderem nach Gründen für die überraschend glatte Eisoberfläche des Saturnmondes Enceladus suchen. Die für seine "Brüder und Schwestern" so typischen Krater scheinen völlig zu fehlen. Die Planetenforscher wollen Anzeichen für tektonische Prozesse suchen, die vor nicht allzu langer Zeit alle "Narben" aus der Vergangenheit eingeebnet haben hönnen. Japetus heißt ein anderer Mond, der mindestens so mystriös ist. Eine Hemisphäre ist so dunkel wie Asphalt, die andere so hell wie frischgefallener Schnee. Auch der kleine Mond Tethys gehört zu den Objekten, die auf dem Erkundungsplan der Forscher ganz oben stehen. Die Fotos der Voyager-Raumsonden lassen tiefe Brüche erahnen. Vielleicht hatte eine Kollision mit einem Asteroiden ihn fast zerissen. Unklar ist bislang auch, ob der im ganzen Sonnensystem einmalige Saturnring auf ähnliche Weise entstanden ist, oder ob es sich vielleicht um das Baumaterial eines unvollendet gebliebenen Mondes handelt. Wenn Sie wissen wollen, wo Cassini im Moment ist, -besuchen Sie den Flugbahnsimulator der Sternenmissionen. Hier können Sie genau die Flugbahn der Raumsonde Cassini verfolgen. |

Durchflug Huygens durch die Titan-Atmosphäre: Titan-Sound (MP3-File 444kb)
Radar-Doppler-Echos von Titan´s Oberfläche während Huygens-Abstieg: Radar-Sound (MP3-File 443kb)
14.01.2005: Huygens landet auf Titan
Die Timeline der Landung
Gesteuert von einem Timer wird die an Bord befindliche Elektronik eingeschaltet und der Transmitter wird in einen "Low Power Mode" gesetzt, um den Beginn der Übertragung zu sichern.
Die Sonde beginnt in einer Höhe von 1.270 Kilometern über der Oberfläche des Titan mit dem Eintritt in die Atmosphäre
Der Pilot-Fallschirm wird geöffnet, wenn Huygens festgestellt hat, das die Geschwindigkeit 400 Meter pro Sekunde beträgt, in 180 Kilometern Höhe über der Oberfläche des Titan. Der Pilot-Fallschirm ist der kleinste der Fallschirme der Sonde, nur 2.6 Meter im Durchmesser. Er wird dazu verwendet, um Huygens Schutzmantel später abzuwerfen, welcher Huygens von er Reibungshitze schützen soll während des Eintritts in die Atmosphäre. 2.5 Sekunden nachdem der Pilot-Fallschirm geöffnet ist, wird die Schutzhülle abgeworfen und der Pilotfallschirm gelöst, der die Schutzhülle von Huygens wegzieht. Der Hauptfallschirm mit einem Durchmesser von 8,3 Meter wird geöffnet.
In einer Höhe von 160 Kilometern über der Oberfläche des Titan wird der Front-Schild gelöst. 42 Sekunden nachdem sich der Hauptfallschirm geöffnet hat, öffnet Huygens den Gas Chromatograph Mass Spektrometer und die Aerosol Collector Pyrolyser-Instrumente, die Hauptinstrumente Huygens beginnen zu arbeiten. Dabei wird der Descent Imager/Spectral Radiometer das erste Panoramabild einfangen und weitere Bilder aufnehmen. Das wissenschaftliche Oberflächeninstrument wird angeschaltet, welches während der Landephase schon die atmosphärische Zusammensetzung messen wird.
Der Landefallschirm besitzt einen Durchmesser von 3 Meter. In einer Höhe von 125 Kilometern wird der große Fallschirm Huygens abbremsen, das die Batterien keinen Schaden beim Aufsetzen auf die Oberfläche erleiden. Der Landefallschirm wird die Sonde an den genauen Zielpunkt führen, damit die Sonde während des Abstiegs soviel Daten wie möglich sammeln kann.
Dies ist das letzte Instrument, welches angeschaltet wird. Der Eintritt dauert ungefähr 137 Minuten, plus oder minus 15 Minuten. Während des Eintritts wird Huygens zwischen 1 und 20 Mal pro Minute rotieren, um der Hauptkamera Panoramabilder zu ermöglichen.
Nahe an der Oberfläche, Huygens Kamera Instrument schaltet ein Licht an. Dieses Licht im Einzelnen ist sehr wichtig für das Spektral-Radiometer, um die Oberflächenzusammensetzung zu studieren.
Die Landezeit kann variieren zwischen plus oder minus 15 Minuten, je nachdem die Atmosphäre die Sonde abgebremst hat, oder wie stark die umgebenden Winde sind. Huygens wird mit einer Geschwindigkeit von 5 - 6 Metern pro Sekunde auf die Oberfläche treffen. Dabei kann Huygens auf einer harten Oberfläche, auf Eis oder in einem See landen. In jedem Fall ist Huygens Wissenschafts-Pack dafür entwickelt worden, alle Möglichen Oberflächenstrukturen zu untersuchen.
Huygens Landestelle befindet sich im horizontalen Blickwinkel von Cassini. Nachdem Huygens aus der Sichtweite von Cassini verschwunden ist, stoppt Cassini die Datenübertragung. Jedoch wird Cassini so lange als möglich ein Signal mit Huygens aufrecht erhalten. Wenn Huygens Landeplatz aus dem Horizont verschwindet, wird sich keine Möglichkeit mehr bieten, ein Signal von Huygens zu Cassini zu übertragen. Die Arbeit der europäischen Landesonde ist beendet.
Als erstes dreht Cassini die Hochleistungsantenne in Richtung Erde und sendet dann das erste Paket von Daten. Um die Daten von Cassini zu erhalten, "lauschen" auf der Erde riesige Radioteleskope, damit keinerlei Daten von Huygens verloren gehen. * Alle angegebenen Zeiten sind erdbezogene Zeiten. 67 Minuten vorher haben die Events von Huygens stattgefunden. Die Radiosignale bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit und brauchen 67 Minuten, bis sie die Erde erreichen. Weitere Websites zur Huygens Landung:
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Wenn Sie mehr Informationen über die Cassini-Mission suchen, vergessen Sie nicht, die Cassini-Homepage bei JPL/NASA zu besuchen.

Cassini-Huygens Mission Homepage
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