Space News November 1998

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Space News November 1998:


Probleme auf der Internationalen Raumstation

(28.11.98)

Die ersten Probleme zeigen sich an dem vorige Woche gestarteten Modul "Zarya" (s. Meldung v. 21.11.98), während sich die amerikanische Raumfahragentur NASA auf den Start des Modules "Unity" nächste Woche vorbereitet. Die russische Raumfahrtagentur RKA als auch die NASA sprechen jedoch von "kleineren Problemen". Dies hätte jedoch keinerlei Einflüsse auf den Betrieb von "Zarya",betonte der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Juri Koptew. Eine der Batterien, in denen Energie aus den Sonnensegeln gespeichert wird, arbeitet nicht richtig. Die Station benötige für den Betroeb jedoch nur vier Batterien. Auch wurde in dem Modul gröere Mengen Feuchtigkeit entdeckt, deren Herkunft noch nicht geklärt ist. Die Wissenschaftler vermuten, daß sich dieses Problem aber von alleine regelt, wenn die Temperatur in der Station stabilisiert wird.  Der dritte Ausfall rührt von einer Antenne her, die beim manuellen Andocken benötigt wird. Diese Antenne dient jedoch nur als Ersatz für das automatische System und wird auch erst dann benötigt, wenn die erste Besatzung im Jahr 2000 eintrifft. Bis dahin könnte sie durch andere Missionen problemlos repariert werden. Nun muß sich die sechsköpfige Crew, die am 3. Dezember mit dem Space Shuttle "Endeavour" zur "Zarya" aufbricht, auch um die Reparaturen kümmern. Die Mission, an der auch ein russischer Kosmonaut beteiligt, dauert 12 Tage.

Die ISS im Jahr 2004 - NASA Im Jahr 2004 soll die Internationale Raumstation (ISS) fertiggestellt sein und ihren kompletten Betrieb aufnehmen. Bis dahin sind noch insgesamt 45 Flüge nötig, um die Station zu montieren.

Ausführliche Informationen zur ISS finden Sie auf der Seite: http://www.raumfahrt.de

Die NASA-Seite können Sie auf http://station.nasa.gov besuchen.

[Quelle: NASA-Press Release v. 28.11.98. Übersetzung: A.B.]

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Deep Space 1 nimmt wieder Fahrt auf

(28.11.98)

Am Dienstag wurde der Inonenantrieb der Raumsonde Deep Space 1 zum zweiten Mal angeworfen. Seitdem läuft der Antrieb ohne Probleme. Vor zwei Wochen endete der Start des neuartigen Antriebes nach 4 1/2 Minuten. Das System hatte sich selbstädig abgeschaltet. Eigentlich hatten die Ingenieure bei dem erneuten Versuch auch damit gerechnet, daß sich der Antrieb von selbst abschaltete. Auf der Erde würden sich die neuen Ionenantriebe normalerweise mehrmals nach kurzer Zeit abschalten, wenn sie zum ersten Mal in Betrieb genommen würden, meinte der Leiter des Deep Space 1 Projekts, Marc Rayman. Das erste Hauptziel sehen die Wissenschaftler darin, den neuen Antrieb zu testen. Xeon, ein Edelgas, wird als Treibstoff bei dem Ionenantrieb verwendet. Elektronen, die von einer Kathode ausgesandt werden, ionisieren das Edelgas. Durch ein starkes elektrisches Feld werden die Xeon-Ionen auf eine Geschwindigkeit von 100.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt und in den Weltraum hinaus ausgestoßen. Zur Zeit läuft der Motor noch nicht mit voller Kraft.

Deep Space 1 - NASA Die Raumsonde Deep Space 1 wurde im Oktober diesen Jahres gestartet. Sie ist die erste Mission des "New Millinium Projektes" der NASA, das neue Technologien für das 21. Jahrhundert erproben soll

Mehr Informationen über die Sonde und dem Ionenantrieb erfahren Sie in den Space News September und Oktober 1998.

Mehr Informationen zu der Deep-Space 1 Mission erfahren Sie auch unter der Homepage http://nmp.jpl.nasa.gov/ds1 .

[Quelle: NASA-Press Release via e-Mail v. 28.11.98. Übersetzung: A.B.]

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Amerikas neue Mars-Projekte

(24.11.98)

Mit einer Geschwindigkeit von 200 Metern in der Sekunde schlagen die beiden basketballgroßen Kapseln nahe am Südpol des Mars ein. Ein Teil der mit Elektronik und Instrumenten vollgestopften Mini-Sonden soll dann bis zu zwei Meter tief in den Boden des Nachbarplaneten eindringen. Die Suche nach Wasser, der Grundlage für Leben, kann damit beginnen. Mit solchen Technologien will die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA die Planetenforschung des 21. Jahrhunderts einleiten. In einem Tandem-Start am 10. Dezember und am 3. Januar schlägt sie das nächste Kapitel ihrer Mars-Erkundung auf. Der Nachbar der Erde bleibt das anziehndste Ziel der vorerst noch unbemannten Reise zum Roten Planeten. Während nicht nur die NASA (siehe Space-News Meldung v. 03.11.98) in den kommenden Jahren die Erforschung des Mars beschleunigt, arbeiten in NASA-Zentren, Universitäten und Raumfahrtunternehmen Wissenschaftler in aller Stille daran, einen Traum zu verwirklichen - Menschen auf den Mars zu entsenden. Noch sind es lediglich erste Studien am Reißbrett. Zwar fehlt noch der politische Wille, ein ehrgeiziges Mars-Flugprojekt auf die Beine zu stellen. Das neue Tandem Projekt und die Planungen für die kommenden zehn bis 15 Jahre könnten jedoch den Weg zum Mars ebnen. Auf der Spitze einer Delta II-Rakete startet am 10. Dezember von Cape Canaveral (Florida) aus zunächst der "Mars Climate Orbiter". Er soll nach einer Reise von 669 Millionen Kilometern aus der Umlaufbahn um den Planeten heraus Klimadaten aus der Atmosphäre und Bilder liefern. Am 3. Januar folgt dann die Schwester-Sonde "Mars Polar Lander". Zehn Minuten vor ihrer eigenen - sanften - Landung nahe am Südpol gibt sie die beiden Kleinsonden ab und geht 100 Kilometer von ihnen entfernt nieder. Währenddessen holen sich die "Deep 2" genannten Mini-Sonden bereits winzige Bodenproben aus dem Marsinneren in eine Hitzekammer für Analysen, ein Miniaturlaser sucht Spuren von verdunstetem Eis. Hochpräzise Wissenschaftsinstrumente mit dieser Geschwindigkeit auf dem Mars aufschlagen zu lassen ist eine sehr heikle Aufgabe. Sollte sich diese Technologie jedoch einmal bewährt haben, dann könnten zahlreiche Mars Regionen untersucht werden und zu einem Netzwerk mit Wetterdaten des Planeten bis hin zu Marsbeben führen. Die Polarregion, die die Wissenschaftler nun erforschen wollen, ist den Polarregionen der Erde sehr ähnlich. Dort dürften sich über viele Millionen Jahre Mars-Geschichte Unmengen von Eis und Staub angesammelt haben. Während der zwei Meter lange Robotarm des "Mars Polar Lander" Furchen in den Boden reißt und Daten über dessen Zusammensetzung sammelt, senden die Mini-Sonden Informationen aus der Unterwelt des Planeten. Immerhin dürfte der erste Meter Marsboden den Fachleuten die letzten 100.000 Jahre Geologie und Klimatologie offenlegen. Die kleinen Wissenschaftsstationen im Boden arbeiten zwar nur 50 Stunden lang. Falls sie allerdings Aufschlußzeichen zu der Suche nach Wasser auf dem Mars entdecken, hätte es sich bereits gelohnt, sie in diesem Huckepackverfahren mit auf die lange Reise zu dem Planeten Mars zu nehmen.

Mars Climate Orbiter 98 - NASA/JPL Der "Mars Climate Orbiter" startet am 10. Dezember 1998. Er wird den Mars-Orbit im September 1999 erreichen und zunächst eine hohe elliptische polare Bahn einschwenken. Langsam wird das Raumfahrzeug auf eine Höhe von 400 Kilometer gebracht und dann mit Hilfe der Mars-Atmosphäre (Aerobreaking) auf eine neue elliptische Kreisbahn gebracht, die dann zwischen 400 und 100 Kilometern schwanken wird. Der Orbiter wird den Roten Planeten ein Mars-Jahr lang untersuchen (687 Erdentage). Danach wird die Sonde als Sender/Empfänger für weitere Mars-Missionen dienen.

Mehr erfahren Sie auf der "Mars-Climate-Orbiter 98"- Homepage unter: http://mars.jpl.nasa.gov/msp98/orbiter .

Mars Polar Lander 98 - NASA/JPL Der "Mars Polar Lander" folgt dem "Mars Climate Orbiter" am 03. Januar 1999. Sein Flug zum Mars dauert bis zum Dezember 1999, auf dessen Atmosphäre  er dann mit 7 km/h auftrifft. Der Abstieg zur Marsoberfläche dauert 3 Monate, in denen das Raumfahrzeug mittels Aerobraking abgebremst wird und immer tiefer zur Marsoberfläche hin absinkt. Kurz vor der Landung setzt der Lander 100 Kilometer vor seinem Landeplatz zwei Forschungssonden, genannt "Deep Space 2" ab, bevor er dann zu Beginn des Marssommers seinen polaren Landepunkt ansteuert und landet.

Mehr erfahren Sie auf der  "Mars-Polar Lander 98"- Homepage unter: http://mars.jpl.nasa.gov/msp98/lander . Über die beiden Forschungssonden "Deep Space 2": http://nmp.jpl.nasa.gov/DS2/

Eine Animation über die Technik und Wirkungsweise von "Deep-Space 2" sehen sie hier (Gif-Animation 86 Kb).

[Quelle: Zusammengestellt von NASA/JPL/New-Millenium Homepages. Übersetzung: A.B.]

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Riesiger neuer Planet entdeckt

(24.11.1998)

Schweizer Astronomen haben in einem benachbarten Sonnensystem einen Planeten entdeckt, der eine fünfmal größere Masse als Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems hat. Die Entdeckung gelang mit einem Teleskop des Observatoriums, das in La Silla in Chile auf dem Gelände der Europäischen Südsternwarte ESO installiert ist. Der Planet umrundet den Stern Gliese 86, der in dem südlichen Sternbild Eridanus zu sehen ist. Gliese 86 ist rund 35 Lichtjahre entfernt und kann gerade noch mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. Der nun entdeckte Planet umkreist den Stern in 15,83 Tagen. Er ist nur 16,5 Millionen Kilometer von dem Stern entfernt, etwa ein Zehntel der Distanz zwischen Erde und Sonne. Auf seiner Oberfläche herrscht eine Temperatur von 380 Grad Celsius. Das Schweizer Teleskop war ers im Juni in La Silla installiert worden. In den vergangenen drei Jahren sind in La Silla rund 15 Planeten in anderen Sonnensystemen entdeckt worden.

Schweizer Observatorium La Silla/Chile - ESO Das neue Schweizer Teleskop ist ein Teil der Europäischen Südsternwarte in Chile. Hier wurde der neue riesige extrasolare Planet entdeckt, der um den Stern Giese 86 kreist.

[Quelle: ESO-Press Release 18/98. Übersetzung: A.B.]

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Das erste Modul der ISS schwebt im Orbit

(21.11.98)

Gestern morgen, pünktlich um 7 Uhr 40 und 27 Sekunden hob eine russische Proton-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Bikonur in Kasachstan mit dem 24 Tonnen schweren ersten Bauteil der Internationalen Raumstation (ISS) ab. Ursprünglich sollte das erste Modul "Zarya" der ISS schon vor mehr als einem Jahr den Weg ins All gefunden haben. Antrieb, Strom und Kommunikation soll "Zarya" für die folgenden Teile bereitstellen. Das Space Shuttle "Endeavour" soll das zweite Verbindungsmodul am 3. Dezember ins All befördermn. Mehr als hundert Elemente sind nötig, um die Station bis zum Jahr 2004 fertigzustellen, mehr als 45 Flüge werden dazu nötig sein. Die Internationale Raumstation wird das größte Gebilde sein, daß die Menschen jemals im Weltraum gehabt haben. Mit einer länge von über hundert Metern wird sie die Größe eines Fußballfeldes haben. 16 Nationen sind am Bau der Station beteiligt: Neben elf europäischen Staaten, darunter auch Deutschland, steuern die USA, Russland, Japan, Kanada und Brasilien einen Teil zu dem Projekt bei. Der Start des ersten Moduls verzögerte sich wegen erheblicher Finanzprobleme Russlands erheblich. Nun wurde der Bau als auch der Start durch Finanzierungen durch die USA letztendlich möglich gemacht. "Zarya" ist im Gegensatz zu allen anderen noch folgenden Modulen ein aktives Raumschiff mit eigenem Antrieb. Der Antrieb wird jedoch nur solange benötigt, bis das Service-Modul im nächsten Jahr eintrifft. Dann wird "Zarya" zum passiven Teil der Station umfunktioniert werden. Später soll an Bord des Modules Treibstoff und Fracht gelagert werden. Bis dahin werden mindestens noch acht Monate vergehen. Diese Zeit wird die Raumstation unbemannt verbringen, welches ein großes Risiko darstellt. Urspünglich sollte diese Phase höchstens vier Monate dauern.

Das erste Modul der ISS: Zarya - NASA Das erste Modul der ISS, "Zarya" genannt, befindet sich seit gestern im Orbit um die Erde. Am 03. Dezember wird das Space Shuttle "Endeavour" das nächste Bauteil in den Orbit befördern, welches an "Zarya" angedockt wird. Im jahr 2004 sollen dann alle Module montiert sein und die Internationale Raumstation in ihrer endgültigen Form um die Erde kreisen.

Mehr Informationen über die Internationale Raumstation finden Sie auf den Seiten des "German-Space-Net": http://www.raumfahrt.de

[Quelle: USA-Today v. 20.11.1998. Übersetzung: A.B.]

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"Versteckte" Planeten im All vermutet

(18.11.98)

Astronomen vermuten in einer Entfernung von 25 bis 30 Milliarden Kilometern noch unbekannte größere Planeten. Anlaß dafür ist die Entdeckung einer Reihe von Kleinplaneten ("Minor Bodies"), die mit dem neuen Großteleskop VLT der Europäischen Südsternwarte (ESO) von Chile aus beobachtet wurden. Bei diesen seit sechs Jahren bekannten Kleinplaneten handle es sich um Objekte mit einem Durchmesser von 100 Kilometer, die Überbleibsel aus der Planetenentstehung darstellen und sich "wie im Kühlschrank" weit entfernt von der Sonne erhalten haben. Über das neue, leistungsstarke Teleskop werde es möglich sein, die Oberfläche dieser Kleinplaneten zu erkunden. Dabei stehe im Mittelpunkt die Frage, ob sich dort neben Eis und Staub auch organische Moleküle nachweisen lassen, was bisher noch nicht gelungen sei. Die Kleinplaneten sollen den Wissenschaftlern noch weitere Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems liefern. Dabei konzentrieren sich die Beobachtungen auf den sogenannten Kuiper-Gürtel, der sich in einer Entfernung von fünf bis 30 Milliarden Kilometern erstreckt. In diesem Bereich seien bisher rund 10.000 Kleinplaneten mit Ziffern erfasst, 70 davon am äußersten Rand. Es werden jedoch mehr als 100.000 solcher Planeten vermutet, darunter die "versteckten Objekte" mit einem Durchbesser zwischen 1.000 bis 2.000 Kilometer. Die Erde hat einen Durchmesser von 12.800 Kilometern.

Das VLT auf Paranal/Chile - ESO Auf dem 2.600 Meter hohen Paranal in Chile, 130 km südlich von Antofagasto in der trockenen Wüste Atacama liegt die neueste Errungenschaft der ESO: Das Very Large Telescope. Es besteht in Zukunft aus mehreren 8,2 Meter großen Spiegelteleskopen und aus mehreren 1,8 Meter Spiegelteleskopen, die man dank ausgeklügelter Technik auch zusammenschalten und kombinieren kann. Das sogenannte "First Light" des ersten 8,2 Meter Spiegelteleskops erfolgte im Mai 1998. Betreiber der Teleskop Anlage ist die Europäische Südsternwarte (ESO), die ihre Hauptzentrale in Graching bei München betreibt.

[Quelle: ESO Press Release v. 18.11.98. Übersetzung: A.B.]

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Ionenantrieb von Deep Space arbeitet nicht

(12.11.98)

John Watson, ein Sprecher der NASA, gab gestern bekannt, das der Ionenantrieb der Sonde "Deep Space 1" defekt sei. Am Dienstag den 10.11.98 arbeitete der Antrieb vier Minuten lang, bevor er sich abschaltete. Die Mitarbeiter des Kontrollzentrums der NASA am Jet Propulsion Laboratory suchen derzeit nach dem Fehler. Die Mission gilt als gescheitert, sollte sich der Antrieb nicht mehr einschalten lassen. Die Wissenschaftler überprüfen derzeit anhand von Tests auf der Erde als auch bei dem Satelliten den Antrieb. Bei Probeläufen auf der Erde wurde ein ähnliches Verhalten beobachtet. Noch bestehe kein Grund zur Besorgnis, daß die Mission als gescheitert gilt, meinten die Wissenschaftler.

Deep Space 1 beim Bodentest - NASA/JPL Die Sonde Deep Space 1 wurde am 24.10.98 gestartet. Ihr Missionsziel ist der Asteroid 1992 KD, den sie 1999 erreichen soll. Sollte sich der defekte Ionenantrieb des Satelliten nicht einschalten lassen, gilt die Mission als gescheitert. Deep Space One gehört zum New Millenium Project der NASA.

Mehr Informationen über die Sonde und dem Ionenantrieb erfahren Sie in den Space News September und Oktober 1998.

[Quelle: NASA Press-Release v. 12.11.1998. Übersetzung: A.B.]

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Raumfähre Discovery sicher gelandet

(08.11.98)

Die Raumfähre Discovery ist nach neuntägigem Flug am Samstag, 07.11. 18:04 (MEZ) planmäßig in Florida gelandet. Der Bremsfallschirm, dessen Klappe beim Start abgerissen war, öffnete sich nicht und verursachte somit keinerlei Probleme. "Ich fühle mich gut", meinte der 77jährige John Glenn, der älteste Raumfahrer der Welt. Vor 36 Jahren umrundete er als erster Amerikaner die Erde. Glenn bewegte sich beim Verlassen des Shuttles deutlich steifer und langsamer als seine Mannschaftskameraden. Glenn nahm an zehn Experimenten teil, die klären sollten, wie sich die Schwerelosigkeit auf ältere Menschen auswirkt. 83 Experimente haben die sieben Astronauten während des Fluges der Discovery durchgeführt. Der Satellit "Spartan" wurde erfolgreich ausgesetzt und wieder eingefangen. Außerdem testeten sie Hardware für das Hubble Space Telescope (HST) zusammen mit einem neuen Sichtsystem, das auf der neuen Internationalen Raumstation (ISS) eingesetzt werden soll. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis die Ergebnisse der Mission veröffentlich werden.

Shuttle Discovery setzt "Spartan" aus - NASA Am 01.11.98 wurde der Satellit "Spartan" ausgesetzt und anschließend wieder eingefangen. Der Satellit untersuchte die Sonneneinwirkung auf die Erde. Des weiteren beobachtete er während seiner kurzen Mission den Sonnenwind und die Sonnenkorona.

[Quelle: NASA Press Release v. 08.11.98. Übersetzung: A.B.]

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Neue Antriebstechnik macht Weltraumreisen für alle möglich

(08.11.98)

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA will nach zweijährigen Test am Boden eine neue Antriebstechnik erproben. Der neue Raketenantrieb, der Sauerstoff aus der Luft für die Verbrennung verwendet, könnte somit Weltraumreisen für alle erschwinglich machen. An dem Antrieb arbeiten Wissenschaftler des Marshall Space Flight Centers der NASA. Raumschiffe, die mit dieser neuartigen Technik ausgestattet sind, könnten auf Flughäfen starten und landen und schon nach wenigen Tagen erneut abheben. Ungefähr die Hälfte des Fluges sollen die Raketen Sauerstoff aus der Luft einziehen. Dadurch käme es zu einer Gewichtseinsparung gegenüber den heute gebräuchlichen Raumschiffen, die das Gas mit sich führen müssen. Dadurch könnten Kosten gespart werden. Auf diese Art würde ein Kilogramm, daß in den Weltraum befördert würde, nur noch einige hundert Dollar kosten als die bisherigen 20.000 Dollar. Der sogenannte "Air-Breathing" (luftatmende) Motor funktioniert folgendermaßen: Um abzuheben, benutzt das Raumschiff speziell entwickelte, besonders leistungsfähige Raketen. Wenn es die doppelte Schallgeschwindigkeit erreicht hat werden die Raketen abgeschaltet und der Motor saugt den Sauerstoff, der für die Verbrennung des Treibstoffes Wasserstoff notwendig ist, komplett aus der Luft. Sobald das Raumschiff auf zehnfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt, arbeitet der Motor dann auf die konventionelle Art weiter.

"Air Breathing Rocket" - NASA/MSFC So könnte ein Weltraumfahrzeug nach Ideen von NASA Wissenschaftlern im Jahr 2015 aussehen: Während des Fluges des Raumschiffes in der Atmosphäre wird Luft eingesaugt und in Tanks komprimiert. Fliegt das Raumschiff dann außerhalb der Atmosphäre im luftleeren Raum, wird die Luft mit dem Treibstoff Wasserstoff zusammengebracht. Dadurch zündet der normale Raketenantrieb auf konventionelle Weise.

[Quelle: NASA Press-Release v. 08.11.1998. Übersetzung: A.B.]

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Fußball am Himmel

(06.11.98)

Eine Art Fußball am Sternenhimmel haben Wissenschaftler der Universität Tübingen entdeckt. Mit Teleskopaufnahmen in Chile fand man einen außergewöhnloichen Sternennebel. Die äußerste Schicht der riesigen Gaskugel überziehen wie ein Netzwerk mehrere Fünf- und Sechsecke. Diese Struktur befindet sich am etwa 15.000 Jahre alten Planetarischen Nebel namens Abel 43. Während seiner Entwicklung macht der Stern verschiedene Stadien durch, in der Endphase entsteht ein planetarischer Nebel. Auf dem Weg zum Stadium des "Roten Riesen" stößt ein Stern Gas von der Oberfläche ab, das sich im astronomischen Schneckentempo von zehn Kilometern pro Sekunde nach außen bewegt. In weiteren Entwicklungsphasen erhitzt sich der Stern immer stärker bis auf über 100.000 Grad und stößt dann Gase mit dem Tempo von etwa 2.000 Kilometern pro Sekunde aus. Prallt dieser schnelle Wind von innen auf den äußeren langsamen Wind, dann werfen die Strömungen unter dem entstehenden Druck Blasen auf. Wie bei mehreren aneinander haftenden Seifenblasen bilden sich an den Schnittstellen der einzelnen Blasen mehreckige Formen, die wie Fünf- und Sechsecke aussehen. Diese Deutung ist aber nach Aussagen der Wissenschaftler "nur eine von vielen möglichen". Daher will man das Phänomen genauer untersuchen. Dabei sollen die Bewegungen im Nebel mit einem Computermodell von Flüssigkeitsströmen verglichen werden. Nur so könnte eine wirklich verläßliche Erklärung für die Entstehung der Abell-43-Struktur gefunden werden. Die Beobachtungen wurden im Juli 1998 mit dem in Chile stationierten Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) gemacht.

[Quelle: Zeitschrift "Sterne und Weltraum" 12/98, S. 1034]

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ESA plant Mars-Projekt

(03.11.98)

Der Ausschuß für das wissenschaftliche Programm der europäischen Weltraumorganisation ESA hat das Projekt einer Marssonde grundsätzlich gebilligt. Wie die ESA in Paris mitteilte, hängt die endgültige Zustimmung davon ab, ob das Wissenschaftprogramm ausreichend finanziert wird und bereits genehmigte Projekte nicht berührt werden. "Mars Express" soll im Juni 2003 starten und an Weihnachten desselben Jahres auf eine Mars-Umlaufbahn begracht werden. Die Sonde wird nach den bisherigen Plänen unter anderem eine hochauflösende Kamera, mehrere Spektrometer und ein Radargerät zur Durchdringung der Marsoberfläche an Bord haben. Die Wissenschaftler hoffen, damit unterhalb der Oberfläche des Roten Planeten Wasser in Form von Flüssen, Seen, Gletschereis oder Permafrost zu finden. Außerdem wird "Mars Express" ein Landegerät mitführen, das nach Spuren von vergangenem oder noch bestehendem Leben suchen soll und wichtige Erkenntnisse über die Chemie der Marsoberfläche liefern dürfte.

Mars Orbiter 2003 - ESA Die Sonde "Mars Express" soll Ende des Jahres 2003 den Mars erreichen und die Oberfläche mit neuesten Möglichkeiten der Technik erforschen. Durch eine kleine Landesonde soll auch geklärt werden, ob es auf dem Mars Leben gab.

Mehr Informationen über den "Mars-Express" erfahren Sie unter: http://sci.esa.int/marsexpress .

[Quelle: ESA-Press Release v. 03.11.1998. Übersetzung: A.B.]

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